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Tone Fish – on the hook

Veröffentlicht am 21. August 2015 von Kathja

Tonefish3Die Band Tone Fish, das sind die Musikerinnen und Musiker Michaela Jeretzky (Gesang, Percussion, Querflöte), Bianca Kaup (Flöte, Akkordeon), Jochen Siepmann (Cajun) und Stefan Gliwitzki (Gründer der Band) aus Hameln, die für ihre Stadt gleich eine ganze Musikrichtung kreiert haben, den Rat City Folk. Dieser hat eine irisch-kanadisch-britische Färbung und ist von Musikern wie Mark Knopfler, Julian Dawson, Ian Cussick, Sting, Amy Winehouse und The Once aus Neufundland inspiriert. Musikalisch und textlich spielen die Lieder im Hier und Jetzt, und sind so beim New Folk zu verorten.

Für ihren ungewöhnlichen Namen Tone Fish gibt es die Begründung, dass den Musikern immer die schönsten Melodien, wie Fische ins Netz gehen. Nun das ist doch mal eine nette Geschichte. Auf jeden Fall haben Tone Fish ihr erstes Album am Haken und damit einen guten Fang gemacht.

Von den 13 Titeln des Albums on the hook stammen sechs aus der Feder von Stefan Gliwitzki. Sie stehen mutig und nicht unberechtigt neben Sailing to Philadelphia und Border Reiver von Mark Knopfler, Englishman in New York von Sting und Sail away to the Sea von den Strawbs. Tone Fish gelingt es diesen gut bekannten Melodien eine ganz eigene, bandtypische Färbung zu geben.

Die Lieder The Lake Isle of Innisfree und Sonett Nr. 18 basieren auf Gedichten von William Butler Yeats bzw. von William Shakespeare. Das finde ich besonders spannend, denn wann wurde z. B. das letzte Mal ein Sonett von Shakespeare vertont? Und obwohl Yeats einer der wichtigsten englischsprachigen Dichter dieses Jahrhunderts ist, kennt man seine Gedichte im deutschen Sprachraum eher nicht. Nun das kann sich ja jetzt ändern. Da Folknews die Seite für music and more ist, nutze ich die Gelegenheit und füge das Gedicht The Lake Isle of Innisfree von William Butler Yeats in der Übersetzung von Werner Vordtriede ein.

 

Die Seeinsel Innisfree

Ich werde aufstehen und losgehen, nun nach Innisfree gehen,
Und werde aus Lehm und Weide dort eine kleine Hütte bauen,
Neun Reihen Bohnen und ein Korb für die Bienen sollen dort stehen
Und ich lebe allein auf den summenden Auen.

Und dort werde ich Frieden finden, denn Frieden tropft ganz
Langsam vom Morgenschleier dorthin, wo die Grillen singen.
Mitternacht ist dort ein Schimmer und der Mittag ein lila Glanz,
Der Abend angefüllt mit den Flügeln von Hänflingen.

Ich werde aufstehen und losgehen, denn im Tage- und Nächtereigen
Höre ich des Seewassers schwappenden tiefen Klang;
Beim Gang auf der Straße oder den grauen Bürgersteigen
Höre ich tief im Herzen seinen Gesang.

 

Aber nun zurück zu Tone Fish, die unter Federführung von Stefan Gliwitzi diese Gedichte trefflich musikalisch unterlegt haben. Doch sie können nicht nur Lieder und Gedichte von anderen Künstlern aufgreifen, sondern liefern auch tolle Eigenkompositionen und Texte ab.

Eröffnet wird die CD mit dem Titel The place to be, der den liebsten Menschen als einzigen Platz zum Dasein besingt. Dann folgt eine ganz andere große Liebe, nämlich zu einem Hund namens Gipsy. Das Lied No go man gefällt mir sehr gut, es handelt von einem Typen, der sich nicht festlegen kann, irgendwie aalglatt ist.
tonefish4Die besondere Klangfarbe von Tone Fish entwickelt sich durch die häufig eingesetzten verschiedenen Flöten. Das Repertoire reicht von der Tin whistle über die Low Whistle bis zur Querflöte. Für mich machen die Flöten jedes Lied zu etwas sehr Besonderem, ihre Melodien scheinen über den Lieder zu schweben, weiten sie auf, muten wie ein Blick über eine offene Landschaft an.

Mit on the hook begibt man sich auf eine angenehme, unaufgeregte Fahrt durch innere Landschaften. Man erlebt sich mal in einem Waggon der Long Island Rail Road, sieht sich auf einem Schaufelraddampfer auf dem Mississippi sitzen, oder trinkt einen Kaffe am Morgains Pier in Philadelphia. Wenn man möchte, kann man auch das bunte Laub des Indian Summers sehen.

Vielleicht könnte das Album mehr Spannung vertragen, doch möglicherweise ist gerade der ruhige Fluss der Melodien das Konzept. Wer ein Faible für solche Träumereien hat, sollte unbedingt in das Album hineinhören, oder es gleich kaufen.

 

Titelliste

01 The place to be
02 Sailing to Philadelphia
03 Standing in your way
04 Gipsy
05 Englishman in New York
06 Fences
07 Lake Isle of Innisfree
08 No go man
09 Octavia
10 Go with the flow
11 Sonett No. 18
12 Sail away to the sea
13 Border Reiver

Homepage | Facebook | Youtube| Kaufen

Dieser Artikel wurde in „Allgemein, Band, Rezension“ mit den Schlagwörtern Akkordeon, Amy Winehouse, Bianca Kaup, Border Reiver, Cajun, Englishman in New York, Flöte, Gesang, Hameln, Ian Cussick, Jochen Siepmann, Julian Dawson, Low Whistle, Mark Knopfler, Michaela Jeretzky, New Folk, on the hook, Percussion, Querflöte, Rat City Folk, Sail away to the Sea, Sailing to Philadelphia, Sonett Nr. 18, Stefan Gliwitzki, Sting, Strawbs, The Lake Isle of Innisfree, The Once, Tin whistle, Tone fish, William Butler Yeats, William Shakespeare von Kathja veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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Ein Kommentar zu „Tone Fish – on the hook“

  1. Avatar Dave meinte vor 11 Jahren:

    ein sehr schones album, mit eine besonderes schones stimme. Danke

    Kommentieren ↓

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