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Sackville Street – Sackville Street (2018)

Veröffentlicht am 20. Juli 2019 von Katharina Menzel
Sackville Street

Unerfüllte Liebe, Sehnsucht, Krieg und Armut – die dreiköpfige Band Sackville Street aus dem Ruhrgebiet präsentiert auf ihrem gleichnamigen Album verschiedenste Facetten irischer und schottischer Klassiker. 2018 im Eigenverlag erschienen, befolgt der Sampler den einfachen wie wirkungsvollen Hinweis, den Bandgründer Christian Donovan von der Folklegende Finbar Furey bekam: „Keep Irish music simple!“

 

Mit einer beeindruckenden Instrumentenauswahl und einem abwechslungsreichen Repertoire stellt die bereits seit 2006 bestehende Band ihre Liebe zur keltischen Musik unter Beweis. So wird der expressive, häufig zweistimmige Gesang mal von zarten Klängen der keltischen Harfe, mal von der Bouzouki, der Tenormandoline oder der Gitarre untermalt. Besonders auch die tiefen Basstöne der Bodhrán, der irischen Rahmentrommel, entführen den Zuhörer gedanklich auf die grüne Insel.

 

Die Texte und Melodien des Sackville-Street-Albums schlagen eher schwermütige und melancholische Töne an – wer eine typische Pub-Atmosphäre erwartet, greift hier definitiv daneben. Die Band erzählt und interpretiert die traditionellen, bewegenden Geschichten, die die Musik der stolzen Iren und Schotten seit jeher bestimmt. So besingt „The Blacksmith“ den heißgeliebten Hufschmied, der einfach eine andere geheiratet hat, der aufrührerische schottische Folksong „A Parcel Of Rogues In A Nation“ verurteilt die schottisch-englische Union von 1707 und in „Winter, Fire And Snow“ hoffen die besorgten Eltern, dass der Sohn bei Wind und Wetter sicher nach Hause findet.

 

Nina Heinrich verleiht den Folksongs mit ihrem für diesen Musikstil eher ungewöhnlichen Stimmtimbre eine ganz besondere Note. Die Sängerin frönt nicht nur dem Irish Folk, sondern hat auch immer wieder in verschiedenen Bands anderer Musikrichtungen mitgewirkt. Neben dem Gesang ist sie auch für die anschauliche Illustration und das Coverdesign des Albums verantwortlich.

Christian Donovan spielt und singt bereits seit Mitte der 80er Jahre in verschiedenen Irish-Folk-Bands. Besonders beeinflusste ihn sein Vorbild Christy Moore, ein irischer Sänger, Songwriter und Mitglied bei den Bands Moving Hearts und Planxty bis zu deren Auflösung 2005.

Die Stimmen von Nina und Christian ergänzen sich in den häufig zweistimmig arrangierten Songs hervorragend zu einem angenehmen Klangteppich.

An der keltischen Harfe verzaubert Hella Luzinde Hahne ihre Zuhörer – von mystischem Sound bis zur unauffälligen Untermalung der Gesangsstimmen. Die Harfenistin spielt neben der traditionellen irischen und schottischen Musik auch moderne Arrangements, tritt solo auf, komponiert selbst und arbeitet musiktherapeutisch.

 

Einige Titel des Albums wurden bereits 2012 und 2017 aufgenommen und abgemischt. 2018 endlich veröffentlichte das Trio ihre erste gemeinsame Produktion, nachdem sie ihr Publikum bei zahlreichen Live-Auftritten von ihrer Musik begeistert hatten. 14 Songs haben es letztendlich auf die Playlist geschafft und versprechen rund 60 Minuten sorgsam arrangierte Folkmusik, die das Fernweh, an der stürmischen See zu sitzen und auf die langersehnte Flaschenpost zu warten, schürt.

 

Albumteaser:

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Titelliste:

  1. The Blacksmith
  2. The Next Market Day & Herbstwalzer
  3. A Parcel Of Rogues & Padraig O’Keefe’s Slide
  4. The Bloody Fields Of Flanders
  5. Rachel Rae & Streams Of Abernethy
  6. Down By The Glenside
  7. The Galway Races & Dublin Streets
  8. The Banks Of The Lee
  9. Mingulay Boat Song
  10. Winter, Fire And Snow & Song Of The Kelpie
  11. Baltimore Whores
  12. The False Hearted Lover
  13. Hen dôn garol Gymreig & Crwr Melyn & Pant Côrlan yr Wyn
  14. Gartan Mother’s Lullaby

 

Dieser Artikel wurde in „Allgemein, Rezension“ mit den Schlagwörtern Irische und schottische Musik, Irish Folk, Ruhrgebiet, Sackville Street von Katharina Menzel veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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