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In Extremo – Kompass zur Sonne

Veröffentlicht am 20. Mai 2020 von Marie

Aufgrund der momentanen Welt-Situation ein bisschen später als ursprünglich geplant, kam nun endlich das 13. Studioalbum der Mittelalter-Rocker In Extremo heraus. Besser spät als nie. Oder? Nachdem der Vorgänger Quid Pro Quo bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hatte, hab ich dem Release der neuen Scheibe zunächst mit Skepsis entgegengesehen. Kompass zur Sonne heißt nun also der aktuelle Silberling und wartet mit 12  neuen Titeln auf. Außerdem haben sich In Extremo illustre Gäste eingeladen: Als Gastmusiker zu hören sind sowohl die Band Russkaja als auch Amon Amarth-Frontman Johan Hegg & das allein verspricht ja erst mal einiges.

Und wirklich: mehr knirschige Rock-Gitarren, prominente Dudelsäcke, und insgesamt mehr Härte und Ernsthaftigkeit ziehen sich klanglich durch das ganze Album. Auch textlich schlägt sich dies nieder z.B in „Saigon und Bagdad“, welches sich mit deutlichen Worten gegen Kriege und für Pazifismus ausspricht. Allerdings hätte ich mir in diesem Zusammenhang gewünscht, dass auf die Reproduktion falscher und verletzender Bezeichnungen für Native Americans verzichtet wird.

Sowohl der Album-Opener „Troja“ als auch der titelgebende Song sind sofort voll da und reißen das geneigte Ohr mitten hinein in dieses Album. Gewohnt frech, herausfordernd und tanzbar kommen auch „Lügenpack“ und „Reiht euch ein ihr Lumpen“ sowie „Biersegen“ daher und versprechen gute Livehits zu werden. Ruhigere Momente bringt das Album jedoch ebenfalls mit. Zum einen mit einer anmutigen Vertonung des Gedichtes „Wintermärchen“ von Otto Ernst, zum anderen mit dem melancholischen „Schenk nochmal ein“.

Ihre schon bekannte Neigung zur Mehrsprachigkeit beweisen die Sieben auch hier gleich mehrfach. Sowohl mit „Gogiya“, welches in Zusammenarbeit mit Russkaja entstanden ist, als auch mit „Salva Nos“ und weiterhin mit einer deutsch-schwedischen Version des schwedischen Klassikers „Wer kann Segeln ohne Wind“, bei welchem Hegg die schwedischen Texte singt. Wie auch bei „Narrenschiff“ zeigt sich hier außerdem wieder das Thema der Seefahrt, welches In Extremo gerne besingen.

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„IN EXTREMO – Kompass zur Sonne (Official Video)“ direkt öffnen

Kompass zur Sonne ist ein wirklich rundes, starkes Album, welches gekonnt an die klassischen In Extremo Alben wie „Mein rasend Herz“ anzuknüpfen vermag und mich zudem wieder mit der Band versöhnt hat.

 

Titelliste:

1. Troja
2. Kompass zur Sonne
3. Lügenpack
4. Gogiya
5. Salva Nos
6. Schenk nochmal ein
7. Saigon und Bagdad
8. Narrenschiff
9. Wer kann segeln ohne Wind
10. Reiht euch ein ihr Lumpen
11. Biersegen
12.Wintermärchen

Internetseite | Spotify | Album erwerben

 

Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern AmonAmarth, die Sieben, Dudelsack, Folk, Folkmetal, Folkrock, In Extremo, Mittelalter Folk, Mittelalter Musik, Mittelalterrock, Russkaja, Schalmei von Marie veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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