Folk News
  • Aktuelles
  • Rezensionen
  • Vorankündigungen
  • Bands
    • Portraits
    • Interviews
    • Konzertberichte
  • Fotos
  • Hall of Fame
    • Video der Woche
    • Alben des Jahres
    • Band des Jahres
  • Tellerrand
  • BodhrÁnswers
  • Gewinnspiele
  • Kontakt

Uiscedwr ~ Fish Cat Door (2009)

Veröffentlicht am 31. Januar 2014 von Folkaholix
Fish Cat Door
Fish Cat Door

Eine der, nach eigenen Angaben, „aufregendsten, zeitgenössischen britischen Bands“ mit dem Namen UISCEDWR veröffentlichte 2009 das Album „Fish Cat Door. Say What you See“ und verhilft damit  all jenen, die Problem mit der Aussprache des Bandnamenwusts haben, zu einer Piktogrammerläuterung zur Klärung der lautlichen Zweifel. Man nehme also das erste Wort Fish und streiche das F, Ergänze es um ein at des Bildes Cat und addiere Door und schon hat man die Aussprache: ishcadoor.

Schon beim ersten Titel des Albums, The Dirty Nine Steps, werden grundsätzliche Züge des UISCEDWR-Schaffens deutlich. Akkordeon und Fiddle spielen vielfach unisono und schaffen damit stilistische Ursprünglichkeit, die grade für Freunde irisch-schottischer Instrumentalmusik eingängig sein dürfte. Dabei überrascht die Melodieführung mit frisch-synkopierten Akzenten. Indes die Cajon gradlinig 4/4-taktig weiterführt, vereinen sich Fiddle und Akkordeon zur musischen Antithetik. Auch die eingängig, aber niemals einschläfernde Akkordwahl, weiß vielerorts zu überraschen. So wird mancher, intuitiv in Dur erwarteter Akkord, zum stilistischen Wendepunkt eines Mollexkurses. Gleichsam reißen Uiscedwr auch die Stimmung innerhalb eines Titels durch unterschiedliche Fahrwasser. Eröffnet The Dirty Nine Steps noch ausgelassen, tun die Mollexkurse ins Drängend-bedrohliche, diesem eingehenden Eindruck nie einen Abbruch. So gelingt den vier Musikern bzw. -innen eine Stimmungssymbiose par excellence. Mit eher klassischer Instrumentation – d.h. Gitarre, Fiddle, Akkordeon, Cajon und Percussion – wagt UISCEDWR immer wieder mutige Stilbrüche, bspw. auch durch dein Einsatz dem arabischen Raum entlehnter Skalen.

Im zweiten Titel erklingt dann die vielfach auf der eigenen Homepage gepriesene Stimme von Anna Esslemont. Zu hören ist indes ein Gesang, der einer kindlich-spielerischer Direktheit näher ist, als bravourösem Belcanto. Erfrischend ist das Hinzukommen einer Terz-lastigen Zweitstimme. An manchen Stellen mögen sich Freunde des Pop-Folks bisweilen an die Sangesleistung der Corrs erinnert fühlen.

Weiter geht es mit Prescription Junkie, das die unbeschwerte Gesamtstimmung des Albums fortsetzt. Indes die Gitarre mit eingehend-überraschender Akkordwahl brilliert, ist der Einsatz einer zweiten Geigedem Gesamtsound sehr zuträglich. Wir auch bei den vorhergehenden und nachfolgenden Titeln, lebt die Musik Uiscedwrs von einem enormen dynamischen Fundus. Eben noch aufbrausend, kippt die Lautstärke innerhalb eines halben Augenblickes zugunsten eines lieblichen Pianissimos. Das technisch einwandfreie Geigenspiel trägt die Note einer klassischen Ausbildung. So zeugen sowohl Lagenspiel, als auch Tonumfang und Bogenführung von einem langjährigen künstlerischen Handwerk. Insgesamt entsteht dadurch ein Fiddlesound der als ursprünglich klassisch und zeitweilig folkloristisch charakterisiert werden kann. Insgesamt also eine Mischung von schulisch-korrekter und gleichsam lebendig-ausufernder Bravheit.

Erneut erfährt die eingehende Melodie einiger Neuerung. So modulieren sich Melodie und Begleitung abermals in spanisch-anmutende “Skalen”, deren ohrwürmliche Besonderheit im Nachbartonabstand einer übermäßigen Sekunde begründet liegt. Dieser Eindruck wird durch das Hinzukommen von Kastagnetten zusätzlich verstärkt und verleibt dem eher nordeuropäischen Gesamtsound ein Nuance süßeuropäischer Folklore ein.

Tip Tap Baby offenbart nach seinem ruhigen Intro den Ohrwurm des Albums. Das „Tip Top Baby“ des Refrains will seit dem Hören der CD einfach nicht mehr aus meinem musischen Gemüt weichen. Gleichsam handelt es sich bei diesem Titel eher um pop- als folknahes Lied. Gleichermaßen verhält es sich auch in der Gesamtkomposition des Albums. Indes die Instrumentalstücke eher folkiger Natur sind, offenbaren die Gesangstitel einen starken Hang zum Pop. Rhythmik, Melodie und Stimmung durchleben ein gemäßigtes Vielerlei, die Grundtendenz des Folk beim Instrumentalen und des Pop beim Gesang bleibt indes erhalten. Wer also Lust auf technisch feinen Fiddlefolk und radiotaugliches En-Plus hat, der ist mit dem Album „Fish Cat Door“ sehr gut beraten.

 

Titelliste

  1. The Dirty Nine Steps
  2. Prescription Junkie
  3. Sunshine
  4. Seven Letters
  5. Tip Tap Baby
  6. Germs
  7. Girlyjig
  8. End of the Day
  9. Crucked Reels
  10. E.S.P.
  11. Neptune

Homepage | Facebook | Bestellen

Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern End of the Day, Fish Cat Door, Prescription Junkie, Tip Tap Baby, Uiscedwr von Folkaholix veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Kommentieren Kommentieren abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Angaben mit * sind Pflicht.

Formatierungen und Hilfe anzeigen Formatierungen und Hilfe ausblenden

Wenn Sie ein Bild von sich hinterlassen möchten, tragen Sie bitte die E-Mail-Adresse ein, die Sie auch bei Gravatar verwenden. Möglicherweise müssen Sie sich dort zunächst registrieren.

Formatierungen mittels HTML-Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Welcher Tag kommt nach Donnerstag?
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und willige in die Verarbeitung meiner Daten in diesem Formular ein.

Video der Woche

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Video direkt öffnen

Folk-News-Radio hören

Radio

laut.fm/folknews

Nächste Sondersendung:

Radiopartner

Festivalticker

Festivals im Festivalticker

Netzwerke

Facebook-Seite auf Facebook besuchen
YouTube-Kanal auf YouTube besuchen
Instagram-Seite auf Instagram besuchen
Twitter-Kanal auf Twitter besuchen
Spotify-Kanal auf Spotify besuchen

Schlagwörter

2014 2015 Album Americana Celtic-Folk-Musik Celtic Rock Cobblestones Country Country Folk Dropkick Murphys Festival Maritim Fiddler's Green Flogging Molly Folk Folk-Musik Folk- und World-Musik Folkpunk Folkrock Folk Rock Gewinnspiel Harmony Glen Heiner Breuer Interview irische Musik Irische und schottische Musik Irish Irish and Scottish Folk Irish Folk Jan oelmann Jazz Liedermacher Max Heckel Mittelalter Folk Mittelalterlich Phantasie Spectaculum MPS MPS Rastede Mr. Irish Bastard Nobody Knows Pop Singer/Songwriter Singer / Songwriter Stendal Tone fish Versengold Video der Woche

Neueste Kommentare

  • zvAjtkTDccSnPgWHXe zu Im Gespräch: Bea Bacher
  • YFCHzFZEhkkDfZgnrCCqFLJ zu MPS Rastede 2025 – Mythemia & Rapalje
  • OpezSgpCPyWzrZGarQcWVMj zu Im Interview: The Bally Brigade
  • zOVOENFcyjWmnOJLZplmHkAY zu MPS Rastede 2026
  • eigizEbkkRlfHfoTyui zu MPS Rastede 2026

Unterstützt von


  • © Folknews
  • erstellt von falconiform
  • Impressum & Datenschutzerklärung
  • Sitemap
  • 9. Juli 2026
  • folknews.de