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Jütz – selftitled (2015)

Veröffentlicht am 19. April 2015 von Folkaholix
nomen est omen
nomen est omen

Mit ihrem dreizehn Titel fassenden, namenlosen Debütalbum liefert die Formation JÜTZ eine alpine Hommage, die ihrer Herkunft gerecht wird und grenzenlosen Raum für Improvisation und Freiheit lässt. Mit Kontrabass, Trompete, Flügelhorn, Hackbrett, Geige und Akkordeon sowie wenngleich seltenem so jedoch wohlgefälligem vielstimmigen Gesang liefert das Trio ein beinahe meditatives Klangerlebnis vor. Zwischen folkloristischen Klängen und unterschiedlichen Dialekten präsentieren Jütz ein Alpenbild voller Sehnsucht und Heimatgefühl. Fernab der momentanen, beinahe faschistoiden Verklärung von Nationalstaatlichkeit in Abgrenzung zum nicht-okzidentalen Fremden versteht sich das Trio vortrefflich auf die gebotene Selbstverständlichkeit von Fern- und Heimweh.

Bisweilen durchdringen volksliedhafte Passagen die Musik, indes kaum einen Takt später die freie Improvisation das musischen Geschehen dominiert. Freunden von stereotypen Liedabläufen à la „Strophe, Refrain, Strophe, Refrain“ dürften von den dezidierten Arrangements und diffizilen technischen Können der Band bisweilen überfordert sein.

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„Jütz Promo Video 2013 – www.jütz.com“ direkt öffnen

Im Emmentaler Hochzeitstanz rhythmisieren Kontrabass und Hackbrett die bisweilen dissonanten Klangteppiche des Akkordeons. Der Einsatz von Trompete und Horn verstärken die Dissonanzen, bauen eine beinah unerträgliche Spannung auf, um nur selten den wohlgefälligen, reinen Akkorden zu verfallen. Zweifelsfrei ist dieses Album nichts für Freunde rein folkloristischer Klänge. Wer sich jedoch auf die Spannungen, unverhofften Brüche mit dem Gewohnten und die freie Entfaltung der Melodien einlassen kann, wird in diesem Album eine akustische Wohltat, einen bannenden Sog von sphärischer Dichte entdecken, der seinesgleichen sucht. Und nebenbei offenbaren die Musiker ein Verständnis von Zuhause, das zum Maßstab erhoben werden sollte.

Trackliste

  1. Bergruf
  2. In die Berg bin i gern
  3. Bertecu
  4. Guggisberg
  5. Emmentaler Hochzeitstanz
  6. Himmelschlüssl
  7. Le Ranz des Vaches
  8. Gang rüef de Brunne
  9. Fein sein, beinanda bleibn
  10. Tirol isch lei oans
  11. Innsbruck, ich muss Dich lassen
  12. Abschied
  13. Echo

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Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern Daniel Woodtli, Hackbrett, Innsbruck ich muss dich lassen, Isa Kurz, Jütz, Philipp Moll von Folkaholix veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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3 Kommentare zu „Jütz – selftitled (2015)“

  1. Avatar Rico meinte vor 11 Jahren:

    Mal wieder toll geschrieben. Klasse Album, klasse zusammengefasst.

    Kommentieren ↓
  2. Avatar Tim McGlasson meinte vor 11 Jahren:

    Hi,

    On a Lufthansa flight from Munich to San Francisco I listened to this album Jutz and was wondering if you knew where I can purchase it.

    Thank you,

    Tim

    Kommentieren ↓
    • Avatar Cera meinte vor 11 Jahren:

      Hi Tim,

      sure 🙂
      Please have a look to http://www.bauerstudios.de/de/data/shop/6480/

      Enjoy it!
      Cera

      Kommentieren ↓

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