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Cúl Na Mara ~ As We Went Aut (2012)

Veröffentlicht am 5. Februar 2014 von Jens Peglow

Cúl na Mara, was für ein Name. Der zergeht einem auf der Zunge und kommt aus dem Gälischen und bedeutet übersetzt „Winkel im Meer“. Der Name widerspiegelt sich auch auf dem Cover: Eine alte Ruine am einsamen Strand. Um die Ruine sind sanfte grüne Hügel. Aus meiner Reise durch Irland habe ich noch ähnliche Bilder im Kopf. Aus dem Süden Deutschlands kommt Cúl na Mara und spielen Celtic Folk-Rock. Hochgelobt in der Presse und davon wollte ich mich dann überzeugen. Also brachte ich die Scheibe zum Rotieren.

Bei ihrem Debüt-Album ist Occupy der Einstieg in die CD. Zum Anfang sehr melodisch, erst beginnt das Akkordeon sein Lied zu spielen und dazu gesellt sich dann die Gitarre. Nach ca. einer Minute kommen Bass, Schlagzeug und Uilleann Pipes hinzu und das Tempo verschärft sich merklich. Das Tempo wird wieder rausgenommen, als der Gesang einsetzt. Diese Tempowechsel durchziehen das ganze Lied. Ein Lied, was auf einer Art ruhig gehalten wird und dann wiederum sehr rockig gespielt wird.

Goodbye Miss Goodavich/Punch in the Dark, From Kirsehir to Kilmain und May Morning Dew/Merry Blacksmith/The Wind that Shakes the Barley sind Instrumentalstücke, wobei mir das Lied From Kirsehir to Kilmain am besten gefällt. Eine Reise von der Türkei nach Irland heißt es in der Beschreibung zum Lied. Und man kann auch beim Zuhören Elemente beider Musikkulturen hören – die orientalische und die keltische Musik. Es ist der Band sehr gut gelungen, so eine Mischung beider Stile hinzubekommen: Ein Lied aus zwei Teilen. Das zuletzt genante Medley ist auch schön anzuhören. Im ersten Teil des Liedes geben Uilleann Pipes, E-Gitarre und Becken ein Stelldichein. Was man da zu Gehör bekommt, ist auch ganz toll. Ein tolles Zusammenspiel der drei Instrumente, wobei das Becken zum größten Teil im Sustain gespielt wird. Im zweiten Teil wird das Tempo schneller und es gesellt sich das ganze Schlagzeug dazu.

Ein altes schottisches Lied ist Twa Corbies (zwei Krähen). Ein schönes Stück, das ich auch schon in vielen Varianten gehört habe, u. a. auch mit deutschem Text. Cúl na Mara hat es auf ihrer Art interpretiert und auf dem Silberling verewigt. So ist ein schönes Lied geworden und hat etwas vom mittelalterlichen Stil. Das spiegelt sich in der Wahl der Instrumente wieder. Den Ton geben Trommel, Gitarre, Whistles und Highland Pipes an.

Eine neue Richtung geht die Band mit dem Lied Star of the County Down. Es ist ein schönes und interessantes Lied. Die Melodie stammt aus Schottland (17??) und den Text schrieb ein Ire (um 1900). Das Lied, was Cúl na Mara hier vorträgt, ist in einem neuen Gewand gesteckt worden. Man hat daraus ein Reggae Stück gemacht und sehr gut umgesetzt. Das kann man so auf jedem Reggae Festival spielen und keiner würde merken, dass das Lied sein Ursprung in der keltischen Musik hat.

Highland Rocks das letzte Lied auf der Scheibe. Ich hatte mir das Kleingedruckte unter dem Titel durchgelesen und da steht: „Swallow`s Tail und Hag at the Churn – interpretiert von Highland Pipes und E-Gitarre“. Das sind zwei ganz tolle Lieder und die Freude war groß. Beim Anhören des Liedes kam dann – We will rock you -! Erst nach ca. 1.30 min kam man dann zum ersten angekündigten Titel, der dann nach ca. 50 Sek. in einem neuen Titel aufgeht und das ist – Somke on the Water -. Nach ca. 3.30 min kommt dann für ein kurzes Intermezzo dann auch der zweite angekündigte Titel, der sich zum Ende wieder zu dem alten Klassiker von Deep Purple wandelt. Das alles sind ganz großartige Lieder, zwar in den einen Song vereint, aber ich hatte mich dann aber mehr auf die Angekündigten gefreut.

http://youtu.be/8jFXQfU4V9g

Das hier vorliegende Album schafft den Spagat zwischen der traditionellen Musik, deren Instrumente und den Einflüssen der Moderne sowie deren Instrumente wie E-Gitarre und E-Bass. Cúl na Mara hat traditionelle, irische und schottische Lieder auf ihre eigene Art eingespielt, auf die CD gebrannt und so haben sie ihren Stempel draufgedrückt. Die Musik auf dem Album reicht von ein wenig verträumt und dann manchmal bis zum Speed-Folk, ist aber durchgängig sehr rockig gehalten.

Die Musik auf der CD ist ganz toll eingespielt und hört sich sehr gut an. Man hört die ausgereifte Technik beim Spielen der Instrumente, dem wohlwollenden Zusammenspiel und der Ausgewogenheit in den Liedern. Mich stört ein wenig, dass man beim Einspielen der Stimmen nicht mit gleicher Sorgfalt vorgegangen ist.

Man schreibt über Cúl na Mara noch dieses (finde ich sehr schön):

„Als wäre man in einem irischen Musik Pub zwischen Dublin und Cork. Die Tränen auf den Wangen, die zerzausten Wolken über den rauen Cliffs, die Highland Pipes duellierend mit der E-Gitarre, die Bouzouki mit tragenden Flötenklängen, wechselnde Rhythmen zwischen 2/4 und 7/8, sanfte grüne irische Hügel in balladenhafter Schönheit, vermengt mit rauem schottischen Wind und krachenden Wellen gegen die Riffs …“ 

Ich gebe der CD 7,5 Punkte von 10 Punkten!

 

Titelliste

  1. Occupy
  2. Goodbye Miss Goodavich – Punch in the Dark
  3. Let Me Find My Own Way
  4. Kittie Lie Over – Munster Buttermilk
  5. Uilleanpipe
  6. From Kirsehir to Kilmain
  7. Twa Corbies
  8. May Morning Dew – Merry Blacksmith – The Wind that Shakes the Barley
  9. Star of the County Down
  10. Highland Rocks

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Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern As we went out, Cúl na Mara, Eckard Lehmann, Folk Rock, Martin J. Waibel, Sonja Bumiller, Sylvia Häufle, Winkel im Meer von Jens Peglow veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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