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Birch, Pine & Oak – Hug a tree

Veröffentlicht am 10. Mai 2016 von Cera Herbst

BirchIhr Bandname Birch, Pine & Oak ist ebenso ungewöhnlich wir ihr Musikstil. Eine Mischung aus allem, was jeder der drei studierten Musiker mitbringt: ein bisschen Irish Folk, ein bisschen Pop, Jazz, Funk bis hin zum Rock und Indie Folk. Individualität lässt sich nun mal in keine Schublade packen. Eine Linie, die sich auch im Bandnahmen widerspiegelt, denn jeder der Bäume im Namen steht für den Lieblingsbaum eines Bandmitglieds.

Das Trio aus Gevelsberg teilt sich jedoch nicht nur die Liebe zur Natur, sondern auch die Leidenschaft für akustische Musik. Gespielt wird alles, was gut klingt. In erster Linie Musik in englischer- und französischer Sprache über das Leben und die Natur, aber auch bekannte traditionelle Lieder aus Irland und Eigenkompositionen. Und als ob das noch nicht genug wäre, gibt es zahlreiche Bandprojekte, wie z. B. das von Franz Wüstenberg, der dem einen oder anderen auch aus der Gruppe O´Reilleys and the Paddyhats bekannt ist. Gemeinsam erfinden sich Lea Bergen, Franz Wüstenberg und Ivo Wiehe immer wieder neu. Sieben Instrumente und zweistimmiger Gesang sorgen nicht nur für die besondere Herausforderung, sondern auch für hinreichend Abwechslung.

Kennen gelernt haben sich die Musiker erst im Frühjahr 2014, als für ein einmaliges Konzert Musiker gesucht wurden.  Bekanntlich ist einmal keinmal. So fand man sich mit noch zwei weiteren Musikern aus dem Konzert zusammen und gründete zunächst die Gruppe Nouvelson. „Dann entschieden sich der Kontrabassist und die Saxofonisten, ein Café zu eröffnen. Nouvelson schlief somit ein und nur Franz und ich machten weiter zusammen Musik als ‚Birch& Pine‘. Im Januar 2015 meldete sich Ivo bei uns, er bräuchte Verstärkung für ein Akustikkonzert. Das lief so gut, dass wir und zu Birch, Pine & Oak umbenannten.“

Neben ihrer musikalischen Leidenschaft, bringen die Musiker nicht nur Können und Talent mit, sondern auch gleich das theoretische Wissen. Sowohl Lea Bergen als auch Franz Wüstenberg studieren neben anderen Fächern Musik und Ivo Wiehe hat Gitarre studiert. Neben all der Professionalität bleibt trotzdem genügend Platz für Projekte außerhalb gesteckter Ernsthaftigkeiten. Nachdem es Gerüchte gab, man könne 100 € die Stunde als Straßenmusiker verdienen, war eines davon genau dieses mit einem Ausflug in die Fußgängerzone zu prüfen. Allerdings ohne die Rechnung mit dem Wind zu machen, der sich alles andere als kooperativ zeigte. Am Ende waren es ganze 2,50 €. Kein überzeugender Erfolg und glücklicherweise kein Grund die Instrumente an den Nagel zu hängen, sondern lieber in ein Studio zu gehen.

Ihre Debüt EP Hug a Tree bietet nun mit fünf Stücken ein Repertoire von leisen Tönen bis hin zu treibenden Beats. Begleitet von zwei Gitarren, Ukulele, Flöten, Percussion, Bassdrum und einer großen Portion Leidenschaft. Dabei ergänzt sich der zweistimmige Gesang in perfekter Harmonie und bettet sich gekonnt in die ausgefeilten Instrumentalstimmen.

Birch2Als erste Eigenkomposition und Ideensammlung aller Bandmitglieder holt Casse-toi als Opener den Hörer in schmissig flotten französischen Klängen ab und befördert ihn in eine völlig fiktive Liebesgesichte in den 1940. Und auch der anschließende Song Hug a Tree wird hauptsächlich in Französisch gesungen. Lediglich der Refrain als der wohl aussagekräftigste Teil wird wie zur Unterstreichung in Englisch besungen. Handelt das Stück doch von dem Gefühl, viel zu viele Dinge gleichzeitig erledigen zu müssen und dem Rat sich in diesen schnelllebigen Phasen auf der Überholspur zwischendurch zu erden.  I´m not Saint bringt eine Schippe Dreck und Druck mit, was es in Kombination mit der akustischen Begleitung zu einem eingehenden Hörgenuss werden lässt. Das darauf folgende traditionelle Parting Glass wird wie im Gegenzug dazu sanft interpretiert.

Ja, die Band kann alles: sanft, druckvoll, eingehend und in jedem Fall beeindruckend. Hug a Tree zeigt im hohen Niveau sicher nur einen kleinen Auszug aus dem Repertoire der Band und man darf gespannt sein, was ein zukünftiges Album noch alles zu bieten hat. Aber egal wie viel, Hauptsache mehr davon.

 

 

 

Titelliste

  1. Casse-toi
  2. Hug a Tree
  3. I´m not a Saint
  4. Parting Glass
  5. Meant to be

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Dieser Artikel wurde in „Allgemein, Band, Rezension“ mit den Schlagwörtern Birch Pine & Oak, Franz Wüstenberg, Hug a Tree, Indie Folk, Irish Folk, Ivo Wiehe, Lea Bergen, O´Reilleys and the Paddyhats von Cera Herbst veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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