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Jesper Munk – Claim (2015)

Veröffentlicht am 5. Juni 2015 von Cera Herbst

jesper_munk_claim_1Er hat einen erstaunlichen Werdegang hingelegt. Erst mit 16 beginnt Jesper Munk in einer Band zu spielen, in der eher zufällig seine unglaubliche Stimme entdeckt wird. Bereits ein paar Jahre später liegt sein Debütalbum For In My Live It Lies (2013) vor und in der Blues-Rock Szene wird der deutsche Blues,- Soul, Rock- und Folk-Singer-Songwriter mit seiner ausdruckstarken, dreckigen und facettenreichen Stimme als das Wunderkind gefeiert. Für sein Zweitwerk Claim hat sich Jesper internationale Hilfe ins Boot geholt. Gemeinsam mit den Produzenten Jon Spencer, Mocky und Sepalot stellt er sich seinen eigenen Forderungen und Ansprüchen musikalischer Raffinesse.

Courage for Love startet mit brachialer Stimmgewalt und verzerrtem Gitarren Getöse und landet damit direkt in der Magengrube nur um anschießend von dem wonnig souligen Morning coffee abgelöst zu werden. Shakespeare & Heartbreak punktet mit seinen melancholischen Streichern und Bläsern und dem punktgenauen Groove. Spätestens hier deutet sich an, das in vielerlei Richtungen gedacht wird und jeder Song seine eigene Geschichte hat.

Neben all den musikalischen Effekten sollte man den Texten genügend Aufmerksamkeit widmen. Smaltalk Genlemen handelt von einem Mann mit verschiedenen Charakterzügen, die aber durch Smaltalk nur von der Schokoladenseite präsentiert werden. Eine Kritik an alle, die sich durch Darstellung eines falschen Selbstbildnisses ohne Eigenreflexion profilieren. Und auch der sanft eindringliche Song Clean bezieht sich nicht unbedingt nur auf den Wunsch den Drogen zu entsagen, sondern lenkt den Blickwinkel ebenso darauf, wie sehr Beziehungen Spuren hinterlassen. Mit seiner Umsetzung eines meiner Favoriten dieses Albums.

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„Jesper Munk – Shakespeare & Heartbreak (Official Music Video)“ direkt öffnen

Mit Claim zeigt Jesper Munk den bekannten Bluesgrößen, dass man allen Unkenrufen zum Trotz auch im zarten Alter von 22 Jahren Musik machen kann, die ihre Geschichten und Kraft aus der leidvollen Lebenserfahrung und anderen Spielarten des Rock Unglücks ziehen. Und das man dabei ebenso viel Emotionen in seine Stimme legen kann, dass man bei jedem Ton das Gefühl bekommt, sein Herz lege direkt auf den Stimmbändern. Claim bietet alten, ehrwürdigen Bluesrock. Mal schnell und hart, mal weich und zart, frech, rotzig, sehr sympathisch und in jedem Fall in einer unglaublichen Bandbreite, die das Album zu einer Wohltat der Abwechslung mit einer großartigen Stimme werden lässt. Den eigenen Anspruch an Entwicklung und Reflexion hat Jesper mit Sicherheit mehr als erfüllt.

Titelliste:

  1. Courage for Love
  2. Morning Coffee
  3. Shakespeare & Heartbreak
  4. Ya Don´t Have To Say Goodbey
  5. Soldiers Of Words
  6. Clean
  7. White Picket Fence
  8. 101 Proof
  9. Reeperbahn
  10. Guilty
  11. The Parched Well
  12. Smaltalk Gentleman
  13. Cold Waters
  14. It Takes Two

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Dieser Artikel wurde in „Allgemein, Rezension“ mit den Schlagwörtern Blues-Rock, Claim, Jesper Munk, Jon Spencer, Sepalot von Cera Herbst veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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