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Echo Bloom – Blue (2015)

Veröffentlicht am 30. Oktober 2015 von Cera Herbst
©Patrick Steven Smith
© Patrick Steven Smith

Ein Album nach einer Farbe zu benennen ist spätestens nach Black von den Beatles nicht ganz neu. Eine Serie unterschiedlicher Genre daraus zu machen vielleicht schon.
Nach einer mehrmonatigen Kreativphase in Berlin hatte der amerikanische Singer/Songwriter und Kopf der Band Echo Bloom, Kyle Evans, so viel Material, dass es für mehr als ein Album reichte. Da jedes Album für sich in ein anderes Genre passt, hat Evans sie als verschiedene Jahreszeiten, verschiedene Länder und schlussendlich in verschiedene Farben kategorisiert. Am 4. Dezember 2015 wird das Folk-orientierte Album Blue in Kooperation mit dem Bremer Musiknetzwerk Songs & Whispers als Erstes der Serie auf den Markt kommen.

Neun überwiegend akustische Songs mit umfangreicher Instrumentierung wie Gitarre, Bass, Klavier, Orgel, Banjo, Mandoline, Glockenspiel, Autoharp und Percussion bieten meist in ruhigerer Gangart intonierte Text mit biblischer Anlehnung, die durch die wunderschöne Arrangements und Unterstützung durch Cello, Violine, Oboe und französischem Horn ihren erhobenen Zeigefinger verlieren. Am auffälligsten ist jedoch die warme Kombination von Evans rissig raue Stimme mit der glasklaren von Aviva Jaye. Beide Stimmen ergänzen sich in vollendeter Harmonie.

Als Demonstration dieser Sangeskunst startet das Album mit Annunciation a Capella. Unterstützt werden die beiden Sänger dabei von ihren weiteren Bandkollegen Zachary Stains, Brian Mummert und Steve Sasso. Im darauf folgende Cedar Beach treffen die Selbstfindung eines Mannes durch eine Begegnung mit dem Schicksal auf leichten, schwebenden Orchesterklang, in dem auch Schlittenglöckchen ihren Platz haben. Und nein, es ist überhaupt nicht fehl am Platz, sondern rundet die Interpretation des Songs in einer melancholisch schönen Weise perfekt ab.

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„Echo Bloom – The Prostitute (from the concert film Blue Shift)“ direkt öffnen

Der titelgebende Song Blue ist eine mit Gitarre, Banjo und Klavier umgesetzte Auseinandersetzung über die Gefahr des Abrutschens durch das Leben, inklusive unseren Erinnerungen. Süß traurig, tief und emotional.

Die poetische Reise über die Schönheit und Kürze des Lebens, die in Fireworks mit einem Feuerwerk verglichen wird bietet nicht nur lyrisch ein Feuerwerk, sondern musikalisch ein ebensolches. Gesang und die Vielzahl der Instrumente gehen direkt ins Herz, berühren und hinterlassen das sichere Gefühl ein Song gehört zu haben, der ganz und gar mit voller Seele produziert wurde.

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„Echo Bloom – Fireworks“ direkt öffnen

Und wie heißt es im Text?:

“On the streets of the Capitol the fireworks echo and bloom flowering down into red and then green and then blue and for a second I could see your face near In that moment of light I saw a tear on the side of your cheek you leaned you head onto my shoulder and whispered to me “How’s life so beautiful, and yet so brief?””

Wahrscheinlich findet man darin auch den Grundstein für die Idee der farblichen Alben. Denn die Titel der beiden anderen Alben der Triologie werden Red für das Country-rockig-orientierte (Sommer 2016) und Green für das dem Pop zugehörige lauten.( 2017)

Kyle Evans antwortete mal auf eine Frage, wie man Echo Bloom mit einer einfachen Wortwahl beschreiben würde, mit „Ton oder Vision. Geschichte und Form. Du und ich. Farbe und Bewegung“. Recht hat er. Blue ist ein ungewöhnliches, ein sanftes und doch Energie geladenes Album für das man sich Zeit nehmen sollte. Nimmt man sich diese, wird man mit einer Vielfalt und Vielzahl musikalischen Raffinessen und Leckerbissen belohnt, die das Album zu einem besonderen Erlebnis machen. Gerade Freunde von Bob Dylan, Leonhard Coen und Simon & Garfunkle werden ihre Freude daran haben. Einziger Kritikpunkt ist lediglich, dass bei durchgehend sanften Alben ein wenig der Schwung verloren geht, der jedem der einzelnen Songs inne wohnt. Ich bin sehr auf das Country-rockige Album gespannt. Bin ich mir doch sicher, dass die ungewöhnliche Stimme von Kyle, gerade in Kombination mit Aviva, noch einiges in Petto hat. Für Blue wäre es sicher der Punkt auf dem „I“ gewesen, wäre der Sanftheit zwischendurch nur ab und zu mal kurz Einhalt geboten worden.

 Titelliste:

  1. Annunciation
  2. Cedar Beach
  3. Veins
  4. Blue
  5. The Prostitute (Goodbye Savannah)
  6. The Flood
  7. The Returning of The Doves
  8. Fireworks
  9. Seeds

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Dieser Artikel wurde in „Allgemein, Rezension“ mit den Schlagwörtern Aviva Jaye, Blue, Brian Mummert, Echo Bloom, Folk, Kyle Evans, Songs & Whispers, Steve Sasso, Zachary Stains von Cera Herbst veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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