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Willer ~ Wovon sollen Lieder Reden (2014)

Veröffentlicht am 25. Februar 2015 von Cera Herbst

WILLER_guitar1_cFrank-MetzemacherLeidenschaft, Vielseitigkeit und das damit verbundene Unerwartete sind die musikalischen Prämissen, die den Singer Songwriter Thorsten Willer antreiben.
Leidenschaftlich hat sein musikalisches Schaffen 1998 dann auch bereits als 17-Jähriger begonnen und schon damals schrieb er die meisten Stücke innerhalb der Band selbst. Unzählige Life-Auftritte, über 50 Shows in fünf Ländern alleine im Jahre 2013, waren dann auch Grund genug nach drei Studioalben in Eigenregie nun sein erstes deutschsprachiges Album auf den Markt zu bringen.

Wovon sollen Lieder reden  sind zehn lebensnahe Lieder über das Leben selbst und Situationen, die jeder schon einmal erlebt und gefühlt hat. Keine fiktiven Träumereien, dafür ehrliche, authentische Musik, auf dem Willer nachdenklich, aber nicht rührselig und schon fast poetisch von Verlust und Liebe singt und es dabei schafft, das Wort Liebe nicht ein einziges Mal in den Mund zu nehmen.

Was die Vielseitigkeit angeht, so wurden die Songs nicht nur in einem Studio produziert, sondern gleich in vier Städte. Und ja, auch in Los Angelos. Wer sagt denn, dass man in Amerika keine deutsche Musik aufnehmen kann? Und auch der Einsatz von Hammond-Orgel, Mandoline, Klavier, Mundharmonika, Steichersätze und Pedal-Steel oder Slidegitarre zeigen von ebenso viel Experimentierfreude wie Vielseitigkeit. Eine erstklassige Band im Hintergrund, bei der jeder Ton perfekt dort sitzt, wo er hingehört und die einen großen Anteil am Gesamteindruck des Albums haben, denn gesanglich ist die Vielseitigkeit sicher noch nicht an Ihre Grenzen gestoßen. Die sehr spezifische, eigene und durchsetzungsfähige Stimme von Willer kann sicher mehr leisten als die am Ende gleichtonierter Struktur von leisen Strophen und kräftigem, teilweise etwas gepressten Refrain.  Aber, um noch mal auf den Weizen und die Spreu zurück zukommen, schlummert in Rückenwind großes Potential und Der Moment harmoniert mit Mundharmonika und ruhigeren Tönen. Mit Weit Weg und dem zart aufspielenden Streichquartett die drei schönsten Lieder und wahre Höhepunkte, auch, weil hier der Übergang zwischen laut und leise wohlakzentuierter und harmonischer ausfällt.

 

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Insgesamt bestechen alle Songs mit einer gelungen und erstklassigen Instrumentierung und einer gesunden Prise Herzschmerz, die in den Strophen das vorhandene Potenzial gefühlvoll interpretierter Lebensweisheit durchblicken lässt. Auf die immer wieder auftauchenden Spitzen im Refrain könnte ich allerdings verzichten und die teilweise im Netz verstreuten Akustikversionen einiger Lieder fallen auf die Gitarre reduziert überzeugender und weicher aus. Trotzdem: Die Lieder wachsen mit jedem Hören und entwickeln einen wärmenden und vertrauten Sog. Man darf gespannt sein, in welche Richtung es Willer in seinem nächsten Album verschlägt. Eines ist aber jetzt schon klar: Es wird leidenschaftlich und authentisch.

 

Titelliste:

  1. Wovon sollen Lieder reden
  2. Rückenwind
  3. Das gr0ße Wort
  4. Die Zeit blieb stehen
  5. Die Schwebe
  6. Der Moment
  7. Viel mehr
  8. Weit weg
  9. Hallo wie geht´s Dir?
  10. Wie ein Held

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Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern Liedermacher, Singer/Songwriter, Thorsten Willer, Wovon sollen Lieder reden? von Cera Herbst veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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