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Ray Cooper ~ Place of Tears (2014)

Veröffentlicht am 14. Januar 2015 von Jens Peglow

In der letzten Zeit habe ich viel Glück mit den georderten und mir zugesandten Alben. So ist das auch mit dem zweiten Soloalbum von Ray Cooper, Palace Of Tears. Der Musiker mit schottisch-englischen Wurzeln lebt seit einigen Jahren in Schweden und war 24 Jahre lang Mitglied der Oysterband. Dazu arbeitete er mit vielen namhaften Musikern. Alle Instrumente werden von ihm selbst gespielt: Fiedel, Kantele, Cello, Gitarre, Harmonika, Mandoline und Bassgitarre. Bei der Aufnahme der CD haben ihn nur ein Pianist und zwei zusätzliche Streicher unterstützt.

Aus dem wunderbaren Album möchte ich euch drei Stücke näher bringen, die für mich zu den besten Einspielungen gehören. Beim Titel Palace of Tears, der dem Album seinen Namen gibt, beginnen eine Mundharmonika und ein Klavier zu spielen, der Künstler gesellt sich stimmlich hinzu, bevor weitere Instrumente erklingen. Es ist ein musikalischer Hochgenuss! Sehr warme Musik, die sich aber auch sehnsüchtig und etwas traurig anhört. In dem Lied verarbeitet er die deutsch-deutsche Geschichte, denn in Palace Of Tears – Palast der Tränen – singt er über den Grenzübergang am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin, bei dem bei Verabschiedungen von Verwandten aus Ost und West viele Tränen geflossen sind. Ein dennoch schönes Stück mit ergreifendem Mundharmonikaspiel.

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„Palace Of Tears“ direkt öffnen

Ein Bild von einer Menschentraube vor einem Gebäude, mit gut angezogenen Jugendlichen, die vielleicht zum Tanz gehen, hat Ray Cooper inspiriert den Song The King´s Birthday/Maarit`s Waltz zu schreiben. Es geht um eine junge Frau in der Mitte des Fotos, die einen schönen Abend verleben will. Ein Lied, das mich gleich gefesselt hat, musikalisch und gesanglich. Nach ungefähr dreieinhalb Minuten erklingt mit Maarit`s Waltz der Instrumentalteil und man möchte sich dieses Mädchen schnappen und sich zu diesem zweiminütigen Walzer im Kreis drehen. Eine wunderschöne Melodie, die es in sich hat, kommt aus den Lautsprechern. Großartig! Und was wohl aus der Frau auf dem Bild von 1885 geworden ist?

Mein liebstes Stück ist auch ein schöner Abschluss des Silberlings. When The Curtain Falls (Wenn der Vorhang fällt) ist ein ruhiges Lied – mit viel Gefühl vorgetragen und ein Ohrenschmaus. Die Instrumente werden mit sehr viel Gefühl und ruhig gespielt und der Gesang passt sich dem an. Ein musikalisches Werk, bei dem man sich zurücklehnt, es genießt und ins Träumen gerät. Ich hoffe, bei Ray Cooper fällt noch lange nicht der Vorhang und er wird uns noch lange mit seiner Musik erfreuen.

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„Kings Birthday/Maarit’s Waltz HD Ray Cooper and The Swedish Kitchen Orchestra“ direkt öffnen

Er selber bezeichnet sich als Singer und Songwriter, aber dieses Album ist viel mehr als das! Die Musik ist viel komplexer und voluminöser, als man es unter der Bezeichnung kennt. Gesanglich ist es aber zu 100% Singer und Songwriter, weshalb ich die künstlerische Arbeit nicht schmälern möchte. Es ist ein hochwertiges Album mit wunderschönen Melodien und Texte mit viel Tiefgang, die mir sehr gefallen. Was mir an dem Album nicht so behagt: Die Stimme ist mir manchmal zu dominant und könnte einen Tick leiser sein. So würde es sich für mich auch harmonischer anhören, aber das liegt im Ohr des Hörers. Zum Kaufen kann ich es immer empfehlen. Und wer Singer- und Songwritermusik in seiner ganzen Bandbreite gut findet, macht mit dem Erwerb nichts falsch. Ich werde mit Sicherheit eines seiner Konzerte in Deutschland besuchen.

9 von 10 Punkten!

 

Titelliste

  1. A Line In The Sand
  2. Mountainside
  3. Palace Of Tears
  4. Sleeping Giant
  5. Destroying Angel
  6. The King`s Birthday/Maarit`sWaltz
  7. The Tears Of Isis
  8. Calling Of The Dove
  9. This Foolish Dream
  10. When The Curtain Falls

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Dieser Artikel wurde in „Allgemein, Rezension“ mit den Schlagwörtern Folk-Musik, Palace Of Tears, Ray Cooper, Welt-Folk-Musik, Weltmusik von Jens Peglow veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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