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Interview mit Max Heckel ~ Der Kulturelle Hinterhof

Veröffentlicht am 31. Mai 2014 von Jens Peglow

Die Kulturlandschaft in Stendal ist seit dem 09. Mai um eine Veranstaltungsreihe reicher geworden. Der Kulturelle Hinterhof hat zum ersten Mal seine Tore geöffnet und Nobody Knows spielten ein wunderbares Konzert, in einem kleinen, liebevoll hergerichteten Hinterhof der Katharinenkirche. Die Besucher waren von dem Konzert sehr begeistert und man saß noch lange nach dem Auftritt am Feuer und ließ den Abend mit erbaulichen Gesprächen ausklingen. Am 17. Mai folgte ein Abend mit dem Zauberer Peter Dahlmann, der auch sehr gut besucht war. Weitere Termine sind der 01. Juni mit Chapeau und 18. Juli mit einem Konzert von The Sally Garden. In Planung sind für dieses Jahr noch einige Veranstaltungen. Ich durfte den Veranstalter Max Heckel ein paar Fragen stellen, die ihr hier nachlesen könnt.

 

Der Kulturelle Hinterhof ist ein neues Projekt von dir. Wie bist du auf die Idee gekommen? Wie ist es zur Lokation gekommen?

Idee und Lokation gingen Hand in Hand. Mit dem Museum bzw. der Katharinenkirche habe ich schon viele Projekte gemacht. Dabei unterstützte mich die Chefin vor Ort, Frau Bark. Sie war es bspw. auch die immer an den Erfolg von „Folk! in die Nacht“ geglaubt hat. Ich war also vor einigen Monaten in der Katharinenkirche und wollte wissen, was sich hinter einer unscheinbaren Pforte verbirgt. Frau Bark hat aufgeschlossen und ich bin den Hinterhof gegangen – das war dann auch gleichzeitig der Augenblick, an dem ich auf die Idee gekommen bin, genau an diesem Orte kulturelles Treiben aufleben zu lassen.

 

Da der Hinterhof der Katharinenkirche recht klein bemessen ist, kann man nur kleinere Veranstaltungen machen. Bei der Premiere war der Hof mit Gästen gut gefüllt, aber es war eine andere Atmosphäre, als bei großen Konzerten. Ist es Absicht die Veranstaltungsreihe im kleinen Rahmen zu halten?

Ich bin ein sehr schlechter Schätzer, daher kann ich nicht genau beziffern, wie viele Leute maximal in den Hinterhof passen würden. Es gibt Acts, die etwas teurer sind, da bin ich auch darauf angewiesen, dass auch entsprechend viele zahlende Gäste kommen. Mein Ziel ist es jedoch nicht, dass man jedes Mal den Charme einer übervollen Bahnfahrt genießen muss, wenn man in den Hinterhof kommt. So ist es dann auch meine Absicht, die Veranstaltungen in einem angemessenen Rahmen zu halten, so dass die Atmosphäre nicht unter der Menge der Anwesenden leidet. Das ist aber alles noch Zukunftsmusik, denn in diesem Jahr muss ich es überhaupt erstmal schaffen, dass ich mit den Veranstaltungen kein Minus einfahre. Demnach ist es für mich unabdinglich, dass es diejenigen weitersagen, die schon einmal da waren und den Hinterhof (hoffentlich) für attraktiv befunden haben.

Die Lokation wird liebevoll für die Abende hergerichtet und es wirkt sehr familiär. Gehört es zum Konzept, dass man nach den Veranstaltungen noch da bleibt und den Abend langsam ausklingen lässt? Dass man noch am Feuer verweilt, über Gott und die Welt redet?

Der Hinterhof soll das bieten, was ich bei meinen Auftritten in Ermangelung von Zeit oft erlebe und eigentlich nicht erleben möchte. Dass die Musiker und die Gäste nach dem Auftritt eben nicht gleich zahlen, abbauen und gehen müssen, sondern dass man danach noch Zeit hat, etwas zu verweilen. Man kommt ja zu einem Konzert ohnehin mit den Menschen zusammen, die man gern hat. Beim Konzert hört und tanzt man ja im besten Fall mit, so dass für das von dir sogenannte Sprechen über Gott und die Welt, will man den Musiker nicht permanent ignorieren und überquatschen, leider keine Zeit hat. Zudem habe ich eine kindliche Freude am Lagerfeuer. So ist es nur eine logische Konsequenz beides zusammenzuführen, d.h. das Drumherum entspricht meinen persönlichen Präferenzen. Im günstigsten Fall fallen ebd. mit denen der Besucher zusammen.

 

Die Besucher sind begeistert vom Kulturellen Hinterhof. Wie sind die weiteren Planungen? Worauf können sich die zukünftigen Gäste freuen? 

Die beiden festgeplanten Acts hast du ja oben bereits genannt. Zwei weitere Konzerte will ich noch veranstalten, bin da aber leider noch in der Planung, weil mit zwei geplante Bands abgesprungen sind,  so dass ich grade nach Ersatz suche. Eigentlich hätte ich gern noch eine Johnny-Cash-Nacht und vielleicht noch die Formation HüSCH! gebucht. Wenn ich 2014 ohne Verluste aus  der Konzertreihe gehe, denn immerhin machten Kulisse, Bühnenbau, etc. nicht grade geringe Kosten notwendig, würde ich 2015 gern etwas weiter planen: Ich hätte gern mal unterschiedliche Theaterstücke und -formen vor Ort, weiterhin natürlich Bands und Einzelmusiker, aber vielleicht auch mal Lesungen. Zudem fände ich es ganz famos, im Hinterhof ein paar „kleine Häuser“ mit Kindern zu bauen oder vor Ort historisches Arbeiten für Schulklassen anzubieten. Das wäre schon sehr fein. Das alles ist aber davon abhängig, ob ich es schaffe, dem Hinterhof in diesem Jahr ein festes Stammpublikum „angedeihen zu lassen“.

Was sind deine Wünsche und Gedanken für den Kulturellen Hinterhof?

Im Idealfall liefe es so wie zuvor beschrieben: Ich würde mit Kindern ein kleines Häuschen mit Fachwerk und Lehm bauen, zudem das Séparée rechts von der Bühne für historische Arbeiten umbauen. Wünschen würde ich mir, dass sich der Hinterhof zu einer „festen Instanz“ im Kultursektor der Altmark mausert, so dass ich auch ein wenig experimentieren könnte. Ich würde auch gern das Publikum fragen, wen ich buchen soll, das kann ich jedoch nur, wenn ich Planungssicherheit habe, dass ich beim Gros der Veranstaltungen kein Minus zu verbuchen habe.

 

Wen würdest du gerne mal auf der Bühne sehen?

Derzeit bin ich ganz begeistert von der Formation HüSCH!, die werde ich also auf jeden Fall noch buchen. Ansonsten halte ich mich hier bedeckt, weil ich noch nicht zu viel verraten mag …

 

Meinen Glückwunsch noch mal zur gelungenen Premiere und danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mir die Fragen zu beantworten.

Immer wieder gern! Ich habe zu danken.

Dieser Artikel wurde in „Interview“ mit den Schlagwörtern Der kulturelle Hinterhof, Interview, Katharinenkirche, Max Heckel, Nobody Knows, Stendal von Jens Peglow veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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2 Kommentare zu „Interview mit Max Heckel ~ Der Kulturelle Hinterhof“

  1. Avatar Gudrun meinte vor 12 Jahren:

    Dem Hinterhofverwalter gutes Gelingen an allen geplanten Abenden, den Akteuren viel Spaß und dem Publikum Begeisterung und zahllose vergnügliche Momente!
    Für viel Wissenswertes in diesem Interview an den Fragesteller sowie den Rede- und Antwortstehenden besten Dank.

    Auf bald – also konkret morgen – im Hinterhof,
    Gudrun

    Kommentieren ↓
  2. Avatar Max meinte vor 12 Jahren:

    Danke dir, Jens!

    Kommentieren ↓

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