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Johnny Logan ~ The Irish Soul – The Irish Connection 2 (2013)

Veröffentlicht am 4. Februar 2014 von Folkaholix
The Irish Soul
The Irish Soul

Kaum ein Jahr ist vergangen, seit THE IRISH CONNECTION gold- und platingeschmückt die europäischen Gestade überflutet hat. Dabei ging dem Silberling vornehmlich das Gefühl der Ursprünglichkeit ab, das einen integralen Bestandteil folkloristischen Schaffens darstellt. Mit einem Best-Of-Konglomerat der sogenannten Klassiker kam der Silberling ein wenig zu geglättet daher und war vor allem eines: Pop.

The 1st Irish Connection was a collection of the most well known Irish pub songs given a modern treatment. The Irish Connection 2. is a collection of modern Irish pub songs that resonate with both young and old in Ireland today.

Nun meldet sich JOHNNY LOGAN mit einem Nachfolger zurück, der vom ersten Titel an, das Defizit seines Vorgängers überwindet. Lannigan’s Ball eröffnet mit wuchtigen Tom-Schlägen, ehe Mandoline und Flöte im Unisono, umrahmt von Schlagzeug, Bass, Gitarre und Akkordeon, die Kurzouvertüre kurzer Hand übertönen. Hernach trägt LOGAN, indes die Instrumente im subtilen Piano beinahe zu pausieren scheinen, die erste Strophe vor, ehe sich das Klanggewitter im vielgesanglichen Zwischenteil auf die Häupter und in die Ohren seiner Hörer ergießt. Erfrischend ist zudem, dass live-typische Jauchzer und Einwürfe dem Opener einen authentischen Charme angedeihen lassen. Gleiches gilt für den Uni-Gesang, der seinem Wesen nach eben nicht astrein sondern vielmehr leicht dissonierend ist – LOGAN gelingt bereits mit diesem ersten Titel, woran beim Vorgängeralbum nicht zu denken war: Eine Entfesselung echter Leidenschaft – und schafft damit Folk.

My father was a famous Irish Tenor and I grew up with traditional Irish music. At the beginning of my career I played in Irish pubs as support for bands like the Dubliners, The Wolftones. The Fureys. So I always continued to play a traditional set in my show. A Danish promoter asked me continually for around 8 years to record an album of these songs and eventually I agreed and so the Irish Connection came to be. I enjoyed the process so much and it was so successful that I’ve recorded the Irish Connection 2 (The Irish Soul) now.

Mit Galway Girl ertönt ein Klassiker, dem nicht der Interpretationsstaub der vorherigen Jahrhunderte anhaftet. Wiewohl die Version von Mundy & Sharon Shannon unerreicht bleibt, inszenieren die Musiker eine anhörliche Version, die Steve Earle durchaus gerecht werden dürfte. Und gleichwohl LOGAN nichts Neues liefert, so schafft er dennoch das anheimelnde Gefühl des heimischen Pubs einzustellen.

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„Johnny Logan – Galway Girl (Offizielles Video)“ direkt öffnen

Dass der hochdekorierte Headliner jedoch nicht aus seiner Haut kann, wird beim namengebenden Titel des Albums, The Irish Soul, deutlich. Wenngleich unterschiedliche folkloristische Instrumentierung durchaus Akzente setzen, so bspw. die Geigen-Einwürfe, deren Slights allen Ansprüchen stereotypisierten Vorstellung einer Fiddle gerecht werden, erklingt hier eher Pop denn Folk. Der beinahe schlagereske Background-Damen-Chorus, der schlussletztlich im aalglatten Terzgesang mündet, verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Dennoch geizt auch dieser Titel nicht mit Reizen – so u.a. auch mit einem kurzen Piano-Solo, das auch Bluesfreunden gerecht werden dürfte.

So setzt das Album seine gemäßigte Reise fort, ehe der siebte Titel, Dearg Doom, erklingt und wieder wuchtigen Folksound liefert. Mit Fairytale Of New York wagt LOGAN sich an einen unerreichten Hymnus der Pogues, die im Original maßgeblich vom Duo-Gesang Shane MacGowans und Kirsty McColls lebt. Dass LOGAN diesem Duktus nicht gerecht wird, repräsentiert seinen eher überarbeiteten Klangvorstellungen folkloristischen Schaffens.

„The Irish Soul“ überzeugt über lange Strecken durch die Überwindung der allzu glatten Fassade, die seinem Vorgänger anhaftete. Dass sich LOGAN aber nicht allerorts von diesem grundsätzlichen Klängen lösen kann, mag authentizitätsaffinen Hörern ein Dorn im Ohr sein. Popsozialisierten Hörer dürften mit diesem Album problemlos die charmanten Derbheiten des Folk entdecken – und mit ihm vielleicht auch zu neuen Gestanden aufbrechen. Man darf also gespannt sein, wie LOGAN seine Reise fortsetzt.

 

Titelliste

  1. Lannigan’s Ball
  2. Galway Girl
  3. The Irish Soul
  4. Body Of An American
  5. Irish Heartbeat
  6. The Holy Ground
  7. Dearg Doom
  8. Ellen’s Song
  9. Fairytale Of New York
  10. Independent Man
  11. She Moved Through The Fair
  12. Matty Groves
  13. The Old Triangle
  14. Save This Christmas For Me
  15. The Wexford Carol

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Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern Fairytale of new york, Galway Girl, Johnny Logan, Johnny Logan & Friends, Kirsty McColl, Mundy & Sharon Shannon, Shane MacGowans, The Irish Connection 2, The Irish Soul von Folkaholix veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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