Folk News
  • Aktuelles
  • Rezensionen
  • Vorankündigungen
  • Bands
    • Portraits
    • Interviews
    • Konzertberichte
  • Fotos
  • Hall of Fame
    • Video der Woche
    • Alben des Jahres
    • Band des Jahres
  • Tellerrand
  • BodhrÁnswers
  • Gewinnspiele
  • Kontakt

The Roving Crows ~ Bacchanalia (2012)

Veröffentlicht am 2. Februar 2014 von Folkaholix
Bacchanalia
Bacchanalia

Dass das neuste Album der THE ROVING CROWS, „Bacchanalia“, ein Banner ziert, dass die vierköpfige Formation als Gewinner des „Irish Music Association Award“ ausweist, sieht nicht nur vortrefflich aus, sondern spricht qualitative Bände. Und dies in doppelter Hinsicht: Einerseits rekurriert ein solcher Preis im besten Fall auf gewisse kreative, instrumentelle und vokale Prädikate, andererseits – und dies ist hoffentlich richtungweisend für die nicht selten antiquierte und etwas angestaubte Irish-Folk-Puristen-Gemeinde – aber auch auf eine stilistische Aufweichung des Irish-Folk-Genres.

Der Opener des Albums, Long Time Dead, läutet den Zirkus- bzw. Gypsy-Folk ein, der in dieser Form absolut Originalität für sich beanspruchen darf. Nebst Gitarre, dem obligatorischen Bass und einem sparsam-wirkungsmächtigen Schlagzeug erklingt nicht nur eine Fiddle mit Doppelsaitenakkorden, sondern eine Trompete, die dem bis dato schon bunten Klangmix eine exklusive Note aufstempelt. Der Männergesang wird von der geigenführenden Dame verstärkt, der bisweilen in vergnüglich, aufjuchzende Gestade entflieht, und von einer unbändigen Spielfreunde kündet. Trompete und Violine umspielen sich und den Gesang in trauter Harmonie und wechselwirken in staffelstabweiterreichender Wechseldominanz miteinander.

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=ovz7ivSJT0c

Wie schon der erste, stimmt auch der Folgetitel in Offbeat-Manier die Töne an. Das aber in einer wunderbar unmilitanten Art und Weise. Dass es aber auch andersartig geht, und eine diesbezügliche Variabilität bleiben viele Folkrock-Alben leider schuldig, beweist Roll On Tomorrow. Rhythmisch gemäßigt, mit einem walkenden Bass ausstaffiert, wird der namengebende Refrain ad hoc zum Ohrkriecher und wurmt sich in das Gemüt des Hörers. Auch hier erfrischt die intonationstechnisch nicht astreine Vielstimmigkeit den Titel ungemein und forciert einen zigeunerhaften Gesamteindruck. Dieser wird nicht nur durch die technisch feine Klinge der Violine angeschlagen, sondern auch durch die verspielte Trompete. Als Intermezzo erklingt eine A-Cappella-Variation des Refrains, in der sich die Stimmgewalt der vier Musiker Bahn bricht, die im Folgenden weitergeführt und von den Melodieinstrumenten wohlfeil umspielt wird.

Dass THE ROVING CROWS aber auch ruhige Töne anstimmen können, beweisen sie mit Time. Mit der weichen Sanftheit eines Horns erklingt die Trompete, indes sich die Violine durch die Zwischenteile schluchzt, sich in tiefe Doppelseiten ergießt, um für den zweistimmigen Sangeswohlklang Platz zu machen. Doch kaum verklingt die Endlichkeit alles Zeitlichen, zuckt das Tanzbein zum That-Was-Then-Stelldichein.

Solistisch, und nicht als hintergründiger Heiterkeitsimpuls, erklingt im siebten Titel des Silberlings die Stimme der einzigen Dame der Formation als hauptstimmgebend. Auch hier werden stilistische Stereotype munter durchmischt. Indes sich die Trompete zu einem quasi-spanischen Solo aufmacht, und ob der erreichten Tonhöhe von einer hohen Lippenkunst zeugt, erklingen fast rockige Elemente, die den harmoniesüchtigen Gesang fast ad absurdum führen mögen.

Jeder Titel des Albums ist ein Unikum und dennoch zerbricht das Album nicht in ein loses Stückwerk einzelner Teile, sondern geht eine Symbiose ein, die am Ende als Mischung vielfältigster Unterschiedlichkeiten darbietet. THE ROVING CROWS präsentieren mit ihrem phonetisch wenig erschwinglich benamsten Album eine Folkmischung, die Originalität und Intuition vereint. Wer auf Folkrock oder detailarme Strophe-Refrain-Stereotype steht, sollte von diesem Album wahrscheinlich die Hände lassen. Wer sich indes für musischen Multikulti begeistern kann, gängige musische Klischees gern persifliert hört, wer vor allem aber keine Berührungsangst mit richtungsweisendem Neu-Folk hat, der darf dieses Album nicht nicht daheim haben!

 

Titelliste

  1. Long Time Dead
  2. Love is the Finest Thing
  3. Roll On Tomorrow
  4. White Petticoat
  5. Time
  6. That Was Then
  7. Brother
  8. Woman After My Own Heart
  9. President Garfield’s Night Out
  10. Dirty Habits
  11. Days in the Sun
  12. More Than One

Homepage | Facebook | Bestellen

Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern Bacchanalia, Irish Music Association Award, The Roving Crows von Folkaholix veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Kommentieren Kommentieren abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Angaben mit * sind Pflicht.

Formatierungen und Hilfe anzeigen Formatierungen und Hilfe ausblenden

Wenn Sie ein Bild von sich hinterlassen möchten, tragen Sie bitte die E-Mail-Adresse ein, die Sie auch bei Gravatar verwenden. Möglicherweise müssen Sie sich dort zunächst registrieren.

Formatierungen mittels HTML-Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Welcher Tag kommt nach Donnerstag?
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und willige in die Verarbeitung meiner Daten in diesem Formular ein.

Video der Woche

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Video direkt öffnen

Folk-News-Radio hören

Radio

laut.fm/folknews

Nächste Sondersendung:

Radiopartner

Festivalticker

Festivals im Festivalticker

Netzwerke

Facebook-Seite auf Facebook besuchen
YouTube-Kanal auf YouTube besuchen
Instagram-Seite auf Instagram besuchen
Twitter-Kanal auf Twitter besuchen
Spotify-Kanal auf Spotify besuchen

Schlagwörter

2014 2015 Album Americana Celtic-Folk-Musik Celtic Rock Cobblestones Country Country Folk Dropkick Murphys Festival Maritim Fiddler's Green Flogging Molly Folk Folk-Musik Folk- und World-Musik Folkpunk Folkrock Folk Rock Gewinnspiel Harmony Glen Heiner Breuer Interview irische Musik Irische und schottische Musik Irish Irish and Scottish Folk Irish Folk Jan oelmann Jazz Liedermacher Max Heckel Mittelalter Folk Mittelalterlich Phantasie Spectaculum MPS MPS Rastede Mr. Irish Bastard Nobody Knows Pop Singer/Songwriter Singer / Songwriter Stendal Tone fish Versengold Video der Woche

Neueste Kommentare

  • zvAjtkTDccSnPgWHXe zu Im Gespräch: Bea Bacher
  • YFCHzFZEhkkDfZgnrCCqFLJ zu MPS Rastede 2025 – Mythemia & Rapalje
  • OpezSgpCPyWzrZGarQcWVMj zu Im Interview: The Bally Brigade
  • zOVOENFcyjWmnOJLZplmHkAY zu MPS Rastede 2026
  • eigizEbkkRlfHfoTyui zu MPS Rastede 2026

Unterstützt von


  • © Folknews
  • erstellt von falconiform
  • Impressum & Datenschutzerklärung
  • Sitemap
  • 9. Juli 2026
  • folknews.de