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Brogues ~ The Devil’s Own Invention (2011)

Veröffentlicht am 31. Januar 2014 von Folkaholix
The Devil’s Own Invention
The Devil’s Own Invention

Auf den Ambossen der Höllenfeuer geschmiedet, über Fiddle, Sangesfreude, Gitarre und Bass, bahnt sich des Teufels ureigenste Erfindung seinen Weg ins Ohr und in das springwütige Tanzbein seiner Hörerschaft. Die Rede ist vom neuen Album der BROGUES, die mit „The Devil’s Own Invention“ ihre Diskografie um einen weiteren Silberling erweitern und sich im diabolischen Covergewand als Teufelshelfer präsentieren. Der geigenhaltende Beihelfer des Frontbildes erinnert in schriller Feueroptik an den sogenannten Ghostrider,  dessen Hymne man durch diese Assoziation beinahe vermissen mag.

Dafür eröffnet das Zwölftitelalbum mit beinahe jauchzendem Geigenspiel und wuchtigen Gitarren-Riffs, um in einen Lilting-Refrain einzumünden. Nach wenigen Takten ist somit geklärt, dass diese CD nichts für nebenbei ist, keinen Anspruch auf hintergründiges Rumgedudel erhebt, sondern vielmehr Spiel- und Tanzwut sowie Weltvergessenheit proklamiert. Drink the Night Away mag demnach als musisch-philosophisches Gesamtkonzept der fünf Herren gelten. Vergesst die Nacht, tanzt und feiert mit uns. Selbst für Neulinge auf dem Brogues’schen Eiland ist jeder Titel spätestens nach dem zweiten Refrain intuitiv mitsingbar. Was will man also mehr? Auf instrumenteller Ebene gibt es wenig Neues, denn mit Violine, E-Gitarre, Mandoline, Schlagzeug und Bass sind die satanischen Helfer auf eher konventionellem Land zu verorten.

Auch der zweite Titel schließt den Ersteindruck eines druckvollen Vorwärtsstrebens fort und bestätigt die gute Mitsingverfassung des Albums. Gleiches gilt für die Folgetitel. Nach kurzem Intro, Auftakt oder Einzählen legt der wuchtige E-Gitarren-Sound sein Frequenzgewand über den musischen Rest. Nichtsdestotrotz sind die Melodiestimmen von Fiddle und Mandoline, die oftmals unisono zu hören sind, deutlich herauszuhören, obschon grade Fiddlefreunde etwas mehr Relevanz und Extravaganz für ihr Instrument vermissen mögen. Erfreulich ist, trotz des intensiven Gesamtklangs, die Textverständlichkeit des charakteristischen, aber dennoch nicht aufdringlichen Gesangs.

Stereotyp setzt eine Großteil der Instrumente in den Strophen aus bzw. nimmt sich – bewundernswert konsequent – zurück, um in den Refrains umso heftiger ins musikalische Weltgeschehen einzugreifen. Im vielstimmigen Gesang halten sich die Brogues an die beinahe allgegenwärtige Musikerweisheit: Terzen helfen immer. Bedauerlich, und dem äußeren Gesamteindruck leider abträglich ist, dass dem stilistisch einwandfreien Cover kein Booklet mit Infos oder Texten beigelegt wurde. Mancherorts vertritt man die Auffassung, es ginge ausschließlich um die Musik eines Silberlings, dennoch ist nicht zu verhehlen, dass ein inhaltliches En-plus dem Großen und Ganzen keinen Abbruch getan hätte.

Cliffs of Doneen wagt sich nach dem bisherigen Kompaktsound in Gefilde des rhythmisch Gemäßigten und sorgt mit seinem getragen-balladenhaften Charakter für wohlige Abwechslung. Grundsätzlich überraschen die Herren immer wieder mit gewagten Neuinterpretationen von zigfach überhörten Klassikern. Finnigans erinnert, trotz seiner traditionellen Melodieführung, eher an einen Rockklassiker als an Folk. Dabei kommt endlich auch die E-Gitarre zu ihrem wohlverdienten Solo und bestätigt den Gesamteindruck par excellence.

Insgesamt legen die Brogues ein astreines Album vor, so dass es befremdlich erscheint, dass sie in diesem Jahr bisher nur noch neun Mal die Bretter der Welt entern sollen. Wer also Lust auf Partysound und Mitmachmusik hat, ist mit diesem Album bestens beraten. Verfechter eines gemäßigten, sogenannt klassischen Folks dürften mit dem Album vielleicht anfängliche Probleme haben, sollten sich jedoch nicht von dem Genuss von „The Devil’s Own Invention“ abbringen lassen. Prädikat: sehr empfehlenswert.

 

Titelliste

  1. Drink the Night Away
  2. Mick Mc Guire
  3. Bungle Rye
  4. Cliffs of Doneen
  5. Finnigans
  6. Northwind
  7. Courting in the Kitchen
  8. Greenland
  9. Mountain Dew
  10. An Irish Country Home
  11. Step it out Mary
  12. Erin´s Green shore

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Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern Brogues, Celtic rock circus, Drink the Night Away, Erin´s Green shore, The Devil’s Own Invention von Folkaholix veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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