Folk News
  • Aktuelles
  • Rezensionen
  • Vorankündigungen
  • Bands
    • Portraits
    • Interviews
    • Konzertberichte
  • Fotos
  • Hall of Fame
    • Video der Woche
    • Alben des Jahres
    • Band des Jahres
  • Tellerrand
  • BodhrÁnswers
  • Gewinnspiele
  • Kontakt

Los Stompers ~ animal, vegetable, miserable (2009)

Veröffentlicht am 31. Januar 2014 von Folkaholix
animal, vegetable, miserable
animal, vegetable, miserable

Im November des letzten Jahres veröffentlichte die seit 1997 fünfköpfige Formation LOS STOMPERS aus Barcelona ihr nunmehr viertes Album „Animal, Vegetable, Miserable“.  Als  Erstrezipient ihrer Musik ist ihre stilistische Selbstverortung „post-irish“ wenig hilfreich, erschließt sich aber, insbesondere wegen der begrifflichen Weite und umfangreicher Konnotation, problemlos beim Hören.

„Post-irish“ als Ausblick in die Gefilde des weitverbreiteten und allgemein beliebten Folkrock, Speedfolk oder dergleichen? Die CD eröffnet mit bei zuvor Genannten typischen E-Gitarren-Riffs, der sich ein voluminöser Bass anschließt und kulminiert letztlich nahtlos in ein beinahe volksliedhaftes Akkordeonspiel. Wohlgefällig schleicht sich der durchgängig bewundernswert astreine Gesang ein, der von gesplitteten Mandolinenakkorden umspielt wird. Schon beim ersten Lied überraschen LOS STOMPERS ihre Zuhörer mit unerwarteten Akkordmodulationen.

Die zwingende Auflösung eines Motivs in einem Durakkord endet nicht selten in einer fließenden Mollbewegung, die sich en passant wieder zum Dur spielt. Dazwischen gibt es dann immer wieder Melodieteile, in denen Mandoline, Geige und Akkordeon unisono spielen und es muss wohl intendiert sein, dass die Stimmung der Instrumente insbesondere in traditionell wirkenden Zwischenteilen minimal divergiert. Unscheinbar kunstvoll – wie auch der folgende Rest. Schon der zweite Titel der CD wartet mit einer weiteren spielerischen Raffinesse auf. So gehen zwei eigenständigen Motiven quodlibethaft ineinander über, dass sich dem Hörer der Eindruck vermittelt wird, dies geschähe notwendigerweise nebenbei. Die vielfältigen Instrumente (Gitarren, Bässe, Banjo, Mandoline, Ukulele, Geige, Akkordeon, Percussion und Schlagzeug) umspielen einander auffällig unauffällig, wenn man sich zu einem dezidierten Hören animieren lässt.

Der Titel Gazpacho Man überrascht mit einmaligem Gesang in Spanisch. Echauffiert wirft eine Sprecherstimme an einigen Stellen ein: „Speak English! I can‘t understand!“ und gibt dem Nicht-Spanier ein Veto, das gutgemeint, aber nicht notwendig und in seiner Würze erfrischend unseriös ist. Bewusst falsch ertönt der mehrstimmige Gesang, karikiert und dechiffriert den traditionellen Folk. Dennoch überrascht das Männerquintett auch hier mit spannenden Dur-Moll-Wechseln.

An anderer Stelle erinnern Gesang und Instrumentation an den einmaligen Soundtrack von „o brother where art thou“. Hier ertönt ein zackiger Skasound, der kurz darauf vom Wohlklang einer behäbigen Tuba konterkariert wird. So finden sich wohlfeile Melancholismen wie Put Your Hands in Mine, aber auch triefende Schunkelrhythmen auf diesem Silberling nebeneinander. Mein Favorit Sleepers ist Ausdruck dieses Facettenreichtums. Das Stück wird von historische anmutenden Lautenklang eröffnet, wird dann (zum ersten Mal auf der CD) temporeich und schleicht sich mit seinem Refrain „You’ll be allright. Sleep tight tonight!“ en passant in die Köpfe der Zuhörer ein.

Insgesamt verdient dieses Album das Prädikat „ausgezeichnet“. Warum nur drängte sich dieser Eindruck beim ersten Hören nicht auf? Viele lustige, technisch virtuose Ideen sind einfach zu nebenbei umgesetzt. An einigen Stellen wirkt das Album eher poppig als folkig, aber was heißt schon „post-irish“? Gibt man dem Album eine Chance, den ersten – vielleicht etwas schal wirkenden – Eindruck zu untergraben, wird der Hörer sich in einem musikalischen Museum voller Normalitäten und Absonderlichkeiten manigfalter Musikstile wiederfinden, sodass letztlich die Frage nach dem „post-irish“ eigentlich keinerlei Relevanz mehr hat.

 

Titelliste

  1. Noah’s Ark
  2. Evel Knievel
  3. Unwind
  4. Gazpacho Man
  5. Swanning ‘Round
  6. Sleepers
  7. Yesterday’s Light
  8. Celia
  9. Eureka
  10. Put your Hands in Mine
  11. Hooley in the Kitchen
  12. His Master’s Voice

Homepage | Facebook | Bestellen

Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern animal, Los Stompers, miserable, vegetable von Folkaholix veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

2 Kommentare zu „Los Stompers ~ animal, vegetable, miserable (2009)“

  1. Avatar Brian meinte vor 12 Jahren:

    Vielen dank!! Wir haben ein neues Album veröffentlicht. „The Harold Spencers“

    für weitere Informationen besuchen Sie http.//www.losstompers.com

    Kommentieren ↓
    • Avatar Max meinte vor 12 Jahren:

      Dann schickt uns doch eines!

      Kommentieren ↓

Kommentieren Kommentieren abbrechen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Angaben mit * sind Pflicht.

Formatierungen und Hilfe anzeigen Formatierungen und Hilfe ausblenden

Wenn Sie ein Bild von sich hinterlassen möchten, tragen Sie bitte die E-Mail-Adresse ein, die Sie auch bei Gravatar verwenden. Möglicherweise müssen Sie sich dort zunächst registrieren.

Formatierungen mittels HTML-Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Welcher Tag kommt nach Donnerstag?
Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und willige in die Verarbeitung meiner Daten in diesem Formular ein.

Video der Woche

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von YouTube.

Video direkt öffnen

Folk-News-Radio hören

Radio

laut.fm/folknews

Nächste Sondersendung:

Radiopartner

Festivalticker

Festivals im Festivalticker

Netzwerke

Facebook-Seite auf Facebook besuchen
YouTube-Kanal auf YouTube besuchen
Instagram-Seite auf Instagram besuchen
Twitter-Kanal auf Twitter besuchen
Spotify-Kanal auf Spotify besuchen

Schlagwörter

2014 2015 Album Americana Celtic-Folk-Musik Celtic Rock Cobblestones Country Country Folk Dropkick Murphys Festival Maritim Fiddler's Green Flogging Molly Folk Folk-Musik Folk- und World-Musik Folkpunk Folkrock Folk Rock Gewinnspiel Harmony Glen Heiner Breuer Interview irische Musik Irische und schottische Musik Irish Irish and Scottish Folk Irish Folk Jan oelmann Jazz Liedermacher Max Heckel Mittelalter Folk Mittelalterlich Phantasie Spectaculum MPS MPS Rastede Mr. Irish Bastard Nobody Knows Pop Singer/Songwriter Singer / Songwriter Stendal Tone fish Versengold Video der Woche

Neueste Kommentare

  • zvAjtkTDccSnPgWHXe zu Im Gespräch: Bea Bacher
  • YFCHzFZEhkkDfZgnrCCqFLJ zu MPS Rastede 2025 – Mythemia & Rapalje
  • OpezSgpCPyWzrZGarQcWVMj zu Im Interview: The Bally Brigade
  • zOVOENFcyjWmnOJLZplmHkAY zu MPS Rastede 2026
  • eigizEbkkRlfHfoTyui zu MPS Rastede 2026

Unterstützt von


  • © Folknews
  • erstellt von falconiform
  • Impressum & Datenschutzerklärung
  • Sitemap
  • 9. Juli 2026
  • folknews.de