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La Kejoca – Libertad (2021)

Veröffentlicht am 14. Januar 2022 von Emanuel Winkler

„Libertad“ heißt das im November 2021 erschienene Album des Düsseldorfer Trios La Kejoca. Freiheit, dieser große Begriff, dessen Interpretation und Auslegung auch in dieser Zeit für diverse Kontroversen, Konflikte und Uneinigkeiten sorgt. Wie soll man sich diesem bedeutungsvollen Thema annähern?

Keno Brandt, Jonas Rölleke und Carmen Bangert haben Texte, Gedichte und Liedgut aus dem 19. Jahrhundert, der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus oder des späten 20. Jahrhunderts zusammengetragen, welche die persönliche Freiheit im Kontext autoritärer Systeme, Verfolgung und Unterdrückung zum Thema haben. Texte wurden vertont, Liedgut neu interpretiert und hier und da ergänzen Eigenkompositionen die Titelliste von „Libertad“.

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Die drei klassisch studierten Multiinstrumentalisten, die auch ob ihrer Herkunft aus Friesland, Portugal und Bolivien, Einflüsse aus all diesen Kulturkreisen zu einem „Global Folk“ zusammentragen, dürften dem geneigten Folk-Kenner bereits von der norddeutschen Folkband, Laway, bekannt sein. Unterstützt wurde das Trio bei den Aufnahmen außerdem von Jens Kommnick (Gitarre, Bouzouki), Michaela Heitz (Bodhran) und Jürgen Treyz (Dobro), der sich zudem für Mix und Mastering verantwortlich zeigt.

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Neben einigen Instrumentalstücken aus der eigenen Feder, wird auf „Libertad“ auf Deutsch, Englisch und Spanisch gesungen. Stücke wie die Eigenkomposition „Dancing Mary“ oder Hau Daal (samt AC/DC Zitat) atmen den Geist keltisch, nordischer Folklore. „Es ist wieder März geworden“ hingegen trägt die Schwermut der zu scheitern drohenden Revolution im Deutschland von 1848 in seinen Tönen. Auch „Mein Vater wird gesucht“ von Hans Drach berichtet von Trauer und Gewalt und dem durch die Nationalsozialisten beinahe in die Knie gezwungen werden. Doch auch in dunkelster Stunde gilt es Hoffnung und Mut nicht zu verlieren und allen Widerständen zum Trotz für ein besseres Morgen einzustehen.

Zynisch und mahnend, in bester Liedermachermanier, kommen das vertonte Kästner-Gedicht „Denn ihr seid dumm“ oder das Reinhard Mey Cover „Sei wachsam“ daher und erweitern die Palette an Einflüssen dieses Albums um eine weitere Facette.

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„Libertad“ ist eine spannende und gelungene Zusammenstellung. Changiert zwischen Resignation, Hoffnungslosigkeit, Aufbruch und Anarchie und bewegt sich dadurch nahe am Zeitgeist. Etwaigen Kontroversen durch Wiederaufleben historischer Befunde zu begegnen, verdeutlicht den Wert der Reflexion, was die Freiheit für jeden Einzelnen und für unsere Gesellschaft darstellt. Wann gilt es für sich oder andere einzustehen, wann gilt es, sich zurückzunehmen? Es bleibt kein einfaches Thema und ist gerade dadurch so relevant.

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Titelliste:

01. Mein Reichtum ist mein Lied
02. Libertad
03. Wings
04. Seven Drunken Knights
05. Es ist wieder März geworden
06. Bloomy Myrtle
07. Dancing Mary
08. Denn ihr seid dumm
09. Mein Vater wird gesucht
10. Sei wachsam
11. Hau Daal
12. Wayfaring Stranger
13. Wolfslied

Dieser Artikel wurde in „Rezension“ mit den Schlagwörtern Album, Folk, Freiheit, La Kejoca, Libertad, Review, Rezension von Emanuel Winkler veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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