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Cara – Grounded (2021)

Veröffentlicht am 15. Oktober 2021 von Emanuel Winkler

Die vergangenen zwei Jahre haben auch für die Mitglieder von Cara ein Innehalten vom Tour- und Musikeralltag bedeutet. Untätig ist die Band dabei jedoch nicht gewesen, denn heute erscheint mit „Grounded“ das achte Studioalbum im offiziellen Verkauf. Zwölf Stücke, die, wie man es von der Band zuletzt bereits gewohnt war, eine Zusammenstellung aus Eigenkompositionen und Bearbeitungen traditioneller Stücke darstellt, die so manchen Liebhaber vor Freude erstrahlen lassen dürften.

Gudrun Walther, Jürgen Treyz, Hendrik Morgenbrodt und Kim Edgar geben dabei den instrumentalen Verneigungen vor der Gälischen Folklore genauso Raum, wie glockenklaren, textbasierten Balladen. Ein tolles Extra stellen dabei kurze Hintergrundinfos zu Inhalten, Anekdoten oder Entstehung der einzelnen Titel dar, die sich, neben den jeweiligen Songtexten, im Booklet entdecken lassen. So etwa, dass das Eröffnungsstück „The Cockle Gatherer“ eine Bearbeitung eines gälischen Arbeiterliedes der Küstenregionen abbildet, welche Sängerin Kim Edgar,in abgewandelter Form, bereits in der Schule kennenlernte.

„Grounded“ kleidet sich natürlich in die Gewänder der irischen und keltischen Folklore, greift jedoch auch auf andere Einflüsse zurück, um diese in den Cara-Sound zu hüllen. So findet sich bspw. eine Bearbeitung des Bob Dylan Songs „Lay Down Your Weary Tune“, eine Hommage an die Schönheit der Dinge und die Klänge, die uns umgeben, die Klänge des Universellen. Auch in der eigenen Komposition „The Spell Of Winter“ spielt die Umgebung, die Natur eine tragende Rolle. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 geschrieben, beschreibt dieses Stück ein Gefühl der Verbundenheit, das Hoffnung inmitten der zermürbenden Nachrichtenfluten schafft.

Universelles vermag auch manche Dichtung zu vermitteln. In „Lassie, Lie Near Me“, aus der Textfeder des großen Robert Burns, verliert man sich nahezu in den tänzelnden Koloraturen der Singstimmen und entschwebt über Klavier, Gitarre, Flöte und Viola in den Äther. Nicht minder märchenhaft kommt „True Thomas“ daher, eine der Eigenkompositionen des Albums, eine eigene Interpretation der Legende des Gutsherren mit prophetischer Gabe und seiner Begegnung mit der Königin des Elfenlandes.

Die Hälfte der Stücke auf „Grounded“ sind Instrumentals, teils Eigenkompositionen, teils neu arrangierte Interpretationen, die vor Spielfreude strotzen. „The Windhorse“, bspw. ist ein wilder Ritt, währendessen jedes Bandmitglied alles aus seinen Instrumenten herauskitzelt, als wollten sie sich förmlich zurück auf die Bühnen spielen. „The Pretty Girl Milking The Cow“ wiederum stellt eine Hommage an Finbar Furey dar, der sich gegen Ende der 1960er Jahre, im Alter von Anfang 20, zu einem Pionier der Uilleann Pipes aufschwang. So ist Furey logischerweise ein großer Einfluss für Cara-Piper, Hendrik Morgenbrodt, der dieses Stück für „Grounded“ ausgegraben hat.

„Grounded“ ist ein abwechslungsreiches Album, zwischen traditionellen Klängen und modernem Folk-Sound. Verspielt, verträumt und hoffnungsfroh präsentiert Cara neues Material, um endlich wieder auf den Bühnen dieser Welt stattfinden zu können.

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Titelliste:
01. The Cockle Gatherer
02. The Windhorse
03. Lay Down Your Weary Tune
04. The Grounded Traveller
05. Lassie, Lie Near Me
06. B&B Jigs
07. True Thomas
08. The Pretty Girl Milking The Cow
09. Jaboozy
10. The False Lover Won Back
11. Milky Way Set
12. The Spell Of Winter

Dieser Artikel wurde in „Allgemein, Rezension“ mit den Schlagwörtern Cara, Grounded, Irish von Emanuel Winkler veröffentlicht. Der Autor allein ist für den Inhalt verantwortlich. Lesezeichen setzen.
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